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Das Selbstwertgefühl – pseudopsychologische Mythen Nr.1
was man uns nicht alles so einreden will ....

 

 

Um es vorwegzunehmen - was es tatsächlich gibt, ist ein Selbstgefühl – das momentane Gespür von sich selbst, und ein Selbstverständnis – das Verständnis von sich selbst. Das erstere hängt mit den Emotionen, das letztere mit den Gedanken zusammen. Was es jedoch nicht gibt, ist eine Mischung aus beiden. Gefühle und Gedanken sind komplementär zueinander, man kann sie nicht vermischen. Alles ist entweder ein Gefühl oder ein Gedanke oder ein konzeptioneller Irrtum wie etwa das Selbstwertgefühl.

Der Wert im ominösen Selbstwertgefühl hängt mit einer gedanklichen Zuschreibung zusammen. Wir denken darüber nach, was wir selbst wert sein könnten. Wir vergleichen uns dann vielleicht mit anderen und ziehen unsere Schlüsse. Es handelt sich also um viele Selbstwertgedanken und nicht um ein Gefühl.

Wenn diese Selbstwertgedanken in einer unangenehmen, problematischen Situation gedacht werden, werden es wahrscheinlich keine sehr optimistische Gedanken sein. Im Gegenteil: Der Mensch befindet sich inmitten eines Problems und denkt pessimistische Selbstwertgedanken. Schon hat er zwei Probleme. Eines davon ist überflüssig. Durch solche selbstfokussierten Gedanken werden wir Probleme nicht lösen, im Gegenteil – wir lenken uns von unseren eigentlichen Aufgaben ab und ziehen uns in emotional umnebelte Spekulationen über den Wert des Selbstes zurück.

Denken wir, dass wir nichts wert sind, das wir nicht liebenswert sind, uns kein Mensch mag etc, dann ist das nicht  besonders originell. Wieviele Personen hatten vor uns haargenau den selben Gedanken über sich? Millionen? Reden wir uns nichts ein. Wir haben diese Gedanken aufgeschnappt und erzählen sie nach. Es sind also gar nicht unsere Gedanken, es sind fremde Gedanken. Hier passt das Wort „nachdenken“ besonders gut. Wir denken das nach, was andere uns vorgedacht haben. Das ist wie nachkauen, was andere schon mal vorgekaut hatten. Wir wandern in den Fußspuren von Menschen, die in einer Richtung unterwegs sind, in die wir gar nicht wollen.

Wir suchen den Wert meistens gar nicht für uns sondern wollen ihn für andere oder in Bezug auf andere darstellen. Das ominöse Selbstwertgefühl scheint so betrachtet also eher eine Ansammlung von Fremdwertgedanken zu sein.  Manche sammeln Briefmarken, andere Fremd-wert-spekulationen.

Ist Euch übrigens schon mal aufgefallen, dass niemand sagt: „Ich habe gerade so ein tolles Selbstwertgefühl!“ Menschen fühlen sich einfach nur gut, freuen sich, sind stolz etc. Sie denken nicht über ihren Wert nach, wenn es ihnen gut geht. Warum auch? Anders wenn es uns schlecht geht: Das Selbstwertgefühl ist immer dann besonders präsent, wenn es fehlt. Es scheint sich also weniger um einen Wert als um einen Unwert zu handeln, um den unsere Gedanken kreisen. Das erinnert mich persönlich an das Schrumpfpflänzchen, ein Cartoon aus meiner Jugend. Es wächst nicht, sondern es wird immer kleiner. Und wenn es ganz verschwunden ist, steht es in voller Blüte. In Wirklichkeit ist das jedoch nur ein billiger Hausierertrick für die ganz Arglosen unter uns. Die kaufen dem Hausierer dann so ein Schrumpfpflänzchen ab.

Fazit: Es gibt nicht "das Selbstwertgefühl". Blickt man hinter die Kulissen, so ist es genau das Gegenteil:  viele, sich wiederholende, völlig überflüssige, spekulative und uns ablenkende Fremd-unwert-gedanken.

Dann doch lieber einen Kaffe trinken.

 

Schickt mir Euere Gedanken, Ideen und Impulse.

Liebe Grüße,
Gabriel Fritsch

 

 

 

 

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