GFK-plus für Paare, Gruppen und Teams
Das open-source "Betriebssystem" für gelingende Gemeinsamkeit

 

  Die Frage, die zur Forschung führte  
         GFK-pus/ Forschung / Die Forschungsfrage

 

Jede Forschung beginnt mit einer Frage, einer Problemstellung oder einer guten Idee. In diesem Falle war es die Erkenntnis, dass wir in einer immer komplexeren Welt auf ein immer besseres Miteinander angewiesen sind, dieses jedoch kaum irgendwo erreichen. In der Arbeitswelt wird es eher stressiger und hektischer, die Informationsflut nimmt zu und die Anforderungen steigen. Was die Umwelt betrifft, liegt vieles im Argen. Die Bevölkerungsdichte steigt. Die Mitmenschen verhalten sich immer autistischer. Man ahnt, dass sich eine Menge Krisen ankündigen, welche auf eine grundsätzliche Überlastung unserer Systeme und der Menschen hindeuten, sei es in Familien, in Schulen und Universitäten, in der Wirtschaft, der Politik und auch in der Forschung.

Die Konstruktion eines Systems bestimmt zu großen Teilen seine Leistungsfähigkeit. Deshalb fahren wir heute nicht mehr mit der Dampflock, obwohl wir sie besser bauen könnten, denn je. Andere Lokomotiven bringen uns technisch gesehen einfach auf ein völlig anderes Niveau. Es kommt eben Zeit, in der die Aufgaben nicht mehr mit Wasserdampfkraft gelöst werden können. Deshalb haben wir heute andere Motoren und morgen werden es wieder andere sein.

Die konstruktive Grundlage unserer Gemeinschaftssysteme ist heute noch die Frage nach der Funktionalität. Wir leben in funktionalen Systemen. Das entspricht in etwa den Newtonschen Gesetzen der Physik, im Vergleich zur Quanten-Physik. Nach Newton dachte man, man hätte die Wahrheit erkannt und könnte so ziemlich alles erfassen und berechnen. Doch mit den Entdeckungen von Heisenberg, Bohr, Einstein und anderen wurde die Physik auf eine völlig neue Stufe gehoben und der Aspekt der Berechenbarkeit muss sich erneut am Tor einer höheren Erkenntnis anstellen.

Wenn die Leistung rein funktionaler Systeme nicht mehr ausreichen, dann versucht man gewöhnlich nachzubessern, oder probiert das Gleiche mit mehr Vehemenz. Eine Zeit lang werden die funktionalen Systeme durch Optimierungsversuche auch tatsächlich besser und ausgereifter. Es gibt jedoch einfach einen limitierten Bereich, innerhalb dessen eine Art von Interaktionssystem noch zu adäquaten Lösungen führen kann. Wir hinterfragen den Modus unseres Denkens üblicher Weise ebenso wenig, wie die Art unserer Systeme. Dr. Marshall Rosenberg hat sehr eindrücklich gezeigt, dass uns die herkömmliche Konstruktion unserer Sprache - die Software für unser Denken - auf Schienen bringt, die eher für eine Dampflock gelegt wurden als für den modernen ICE. Er verwies auf diverse Konstruktionsschwächen der Sprache in Hinblick auf ihre Fähigkeit, ein wechselseitiges Verständnis zu vermitteln und bot mit der Gewaltfreien Kommunikation eine Lösung an, die sich in Konflikten bereits ausgiebig bewährt hat, weil sie mehr kann, als die bisherigen Methoden der Krisenverständigung. Damit wurde vieles einfacher für z.B. Mediatoren und Coaches.

In den letzten Jahren fiel uns jedoch vermehrt auf, dass viele GFK-Trainer*innen auch untereinander diverse Spannungsverhältnisse pflegen und sich nicht so leicht, wie man das erwarten könnte, zu friedlichen Power-Gemeinschaften zusammen finden - auch wenn das immer wieder versuchen. Dies ist so auffällig, dass es sich nicht durch individuelle Defizite oder Ausnahmeerscheinungen erklären lässt. Wir gestanden uns ein, dass die vier Schritte der GFK - also ihr zentraler methodischer Kern - eher zur Dekonstruktion von Konflikten als zur gezielten Konstruktion von Gemeinsamkeit geeignet ist. Damit liefert die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg zwar die lebensdienliche, positive Haltung und auch eine humanistische Philosophie für eine organische Gemeinsamkeit, doch ohne ein geeignetes Werkzeug wird diese Haltung selbst zu einem unerfüllbaren Aufruf und damit zu einer Quelle von Spannungen. Diese Diskrepanz zwischen Miteinander-Wollen und Miteinander-Können sieht man auch in vielen anderen Gemeinschaften, die mit viel Elan Gutes in die Welt bringen wollen, doch schon bald in den Systemmodus einsinken, aus dem sie raus wollen. Viele Energien werden verschleudert und die Menschen verzweifeln aneinander und an sich selbst. Dass der Fehler im Aufbau des Systems des Miteinanders liegen könnte, wird kaum angenommen, und wenn, dann hatte man bisher meist auch keine passende Antwort darauf. Denn alle angedachten Verbesserungen sind ihrem Prinzip nach ebenso funktional, wie die Systeme selbst. Es ist eben nicht leicht, aus einem System heraus etwas gänzlich Neues zu entwickeln.

Im Oktober 2017 haben wir uns deshalb als ein kleines privates Forschungsteam aufgemacht, intensiv nach den "fehlenden 4 Schritte der GFK zur Gemeinschaftsbildung" zu suchen. Die zentrale Forschungsfrage lautete: Mit welcher einfachen Schritte-Struktur kann man eine lebensdienliche, selbststeuernde und organische Gemeinschaft herbeiführen? Im Januar 2018, nach mehreren Treffen, Telkos und intensiver Arbeit kamen wir auf GFK-plus. Nach weiterer Arbeit, Justierung und diversen Tests wagten wir im April 2018 ein experimentelles Forschungstreffen in einer größeren Gruppe, bestehend aus vielen Kollegen aus den Bereichen Training, Beratung und Psychologie. Das Treffen brachte weitere Erkenntnisse und die Klarheit darüber, auf dem richtigen Weg zu sein. Mit GFK-plus haben wir ein Diagnose- und Systemorganisationstool geschaffen, das trotz seinem einfachen Aufbau deutlich mehr kann, als alle anderen Tools, die wir kennen, wenn es um organische und kooperative Gemeinschaftsbildung geht. In der weiteren Anwendung werden wir noch mehr Gespür und Wissen darüber bekommen, wie GFK-plus wann und wo mit welchem Erfolg einzusetzen ist, und dann natürlich auch weiter hier darüber berichten.

Die Welt braucht neue Gemeinschaften, die auch auf eine neue Art Gemeinschaft sind. Alte Wege führen nicht zu neuen Zielen. Umwelt, Digitalisierung, Weltkrisen etc. fordern uns lautstark zu einer Transformation unserer Systeme heraus. Doch wenn wir nicht in der Lage sind ein Miteinander zu konstruieren, welches diese Gemeinschaft zusammenhält, dann ist Gelingen reine Glückssache und als Sonderfall den sozial Hochbegabten und den Schönwetterzeiten vorbehalten. Mit unserem Süßwasserkahn treiben wir gerade in das offene Meer hinaus und ein verherendes Unwetter zeichnet sich am Horizont ab. Unsere Gesellschaft ist momnentan nur sehr begrenzt zukunftsfähig.

Weil wir wissen, wie wichtig ein Tool wie GFK-plus für die heutige Zeit ist - als das Betriebssystem oder die Software neuer Gemeinschaften, haben wir beschlossen, den Prozess open-source zur Verfügung zu stellen. Alle Arbeitsmaterialen stehen damit zur freien Verwendung und die Hintergründe der Konstruktion, der "sourcecode" wurde ebenso in Bild und Schrift offen gelegt.

Damit können auch sie sich beteiligen, als Entwickler*in mitzuarbeiten, wo immer Sie die Inspiration dazu erleben.

Denn jenseits von richtig und falsch sind wir alle Teil eines Feldes.

Forschen Sie also mit und machen Sie mit.

Ihr Team für Kommunikations-Entwicklung

 

 

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